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27. Januar 2009 2 27 /01 /Januar /2009 02:20
Nach über einem halben Jahr schreibe ich jetzt erst den nächsten Artiel in dieser Kategorie. Warum? Weil ich selber noch lerne und mir die Userin Kageko vor AUgen führt, dass ich wirklich noch viel zu lernen habe. Warum sol ich also Artiel schreiben, die Fehlerquellen aufdecken, wenn ich noch selber diese Fehler mache?

Aber was ich auf jeden Fall gelernt habe, vorallem durch die Lektüre zahlreicher Kurzgeschichten, ist das Gift in jeder Geschichte. Infodumping. Will meinen: Zahlreiche Informationen über Örtlichkeiten oder die Geschichte verschiedener Charaktere oder Rückblicke in die Vergangenheit. Diese Infos sind sozusagen die plötzlich gezogene Handbremse bei voller Fahrt.

Viele ANfänger machen den Fehler, kurz in die Geschichte einzuführen, meistens mit dem winzigen Ansatz von Spannung, was dann jedoch durch eine dicke Infowolke verdeckt wird. Da liest man vielleicht eine spannende Szene und dann kommt plötzlich die halbe Lebensgeschichte des Protagonisten zutage. Schlimmer noch, das Leben der Nebencharaktere, ausführlich erzählt. 90% dieser Infos sind davon auch noch meisten völlig irrelevant.
Natürlich gehören die Infos zu den Hintergründen dazu. Auf jeden Fall sogar. Aber bitte nicht alles auf einmal und vorallem nicht so, dass es einen aus der Geschichte herausreißt..
Immer mal wieder Infos einstreuen, in Nebensätzen, möglichst nicht, wenn gerade SPannung erzeugt werden soll. Dann interessiert niemanden, was der Protagonist mit der aktuellen Szene aus seiner Vergangenheit in Verbindung bringt. Wie es dann dazu kam, dass er überhaupt so handelt, wie er es jetzt tut. Nein.
Aber ich drifte in den Spannungsaufbau ab, das kommt noch an anderer Stelle.

Wie gesagt, ich habe gerade einige Kurzgeschichten gelesen und mir fiel es dabei auf. Man hat einfach keine Motivation, weiterzulesen, vorallem bei den Kurzgeschichten. Das hat da wenn möglich nichts zu suchen.

Zudem sollten Infos mit der Handlung in Verbindung stehen. Die Geschichte muss weitergehen, darf nicht durch Infos unterbrochen werden, als würde man bei einem Film die Pause-Taste drücken und der Erzähler aus dem Off legt erstmal lang und breit dar, wie es überhaupt zu dem und dem kam. Gerade in einem Roman hat man mehr als genug Zeit, seinen Charakteren tiefe zu geben, die Umgebung zu beschreiben etc. Das muss nicht alles auf einmal kommen.
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13. Juli 2008 7 13 /07 /Juli /2008 23:54
Viele glauben, dass es reicht, Talent zu haben und kreative Ideen zu besitzen, um ein gutes Buch zu schreiben.
Doch ohne Planung geht auch hier nichts.

Ich begann mit dem Schreiben meines aktuellen Romanes ziemlich ohne Plan. Ich hatte genau das gedacht, was eigentlich jeder Anfänger denkt, der keinerlei Erfahrung in dem Genre hat: Wow, ich bin so unglaublich talentiert un kreativ, das wäre doch gelacht, wenn ich das nicht hinbekäme.
Doch mit stetig wachsender länge des Textes tun sich Probleme auf, die man zuvor gar nicht bedacht hat:
Plötzlich muss alles einen Sinn ergeben. Die Figuren müssen einen Sinn haben, die Handlung muss einer logischen Reihenfolge gehorchen, es muss spannend sein etc etc.
Es eröffnen sich einfach ganz viele Kriterien die wichtig sind, dass die Geschichte oder das angehende Buch auch lesenswert und vorallem logisch ist.

Man sollte sein Buch also planen. Zu Beginn der angestrebten Karriere ruhig noch ausführlich aufgeschrieben. Erfahrene bzw. geübte Autoren können das größtenteils im Kopf.

Worum soll es in dem, ich nenne es jetzt Buch, überhaupt gehen. Was soll am Ende dabei herumkommen?

Was sind das für Personen, die auftreten?
Hierbei muss natürlich nicht jede im Buch vorkommende Person von Anfang an geplant werden. Es bietet sich natürlich an, erstmal den Protagonisten zu gestalten. Was ist das für ein Typ. Wird er sich im Laufe der Geschichte entwickeln? Was hat er für spezifische Charakterzüge?
Zu Übunszwecken kann man natürlich ganz überspitze Eigenschaften nehmen. Beispielsweise ein argwöhnischer Choleriker oder ein introvertierter Nerd (was auch immer).

Wofür sind die nächsten Kapitel gut? Was möchte ich damit zeigen, worauf will ich hinaus? Sind einige tolle Ideen vielleicht auch einfach absolut überflüssig und bringen die Geschichte nicht weiter?

Was könnten Höhepunkte der Geschichte sein? Ganz klassisch, wie man es in der Schule gelernt hat.

Was ist vielleicht das große Rätsel, das einen von Anfang an drängt, überhaupt weiterzulesen?

Gibt es überraschende Wendungen, die beim Leser einen Wow-Effekt hervorrufen?

Das sind nur Beispiele und je nach Genre nicht alle einsetzbar.

Wie könnte man so etwas planen?
Da gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Nehmen wir mal eine bestimmte Szene. Die Geschichte spielt als nächstes in einem Wald.
Man könnte nun per Brainstorming alles aufschreiben, was einem zu Wald einfällt. Oder man macht ein Mind-Map. Vielleicht auch Clustering und kommt plötzlich zu Asoziationen, die eine wirkliche Bereicherung für den Wald sein können. Was die einzelnen Arbeitsmethoden anbelangt kann dies zahlreich im Internet nachgelesen werden.

Also:
Man muss sich einfach mit seiner Geschichte auseinandersetzen. Man muss sich ordentlich Gedanken machen, wie die Zusammenhänge sein sollen, was noch passieren wird usw.
Einfach ins Blaue hineinzuschreiben klappt nur bis zu dem Punkt, an dem die Geschichte komplexer wird. Dann ist es schon hilfreich, einen Plan zu haben.
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2. Juli 2008 3 02 /07 /Juli /2008 22:38

Eine übermäßige Verwendung von Adjektiven, also Eigenschaftsworten wie still, ruhig, groß, schrecklich etc, werden nur allzu häufig in gut gemeinter Absicht überverwendet.

Sie erwecken den Anschein, dass ein Text tiefsinnig und farbig ist. Daran erkennt man häufig den Anfänger oder den Autor weniger anspruchsvoller Texte.

 

Ein paar Beispiele für die absolut unnötigste Verwendung solcher Worte sind Ausdrücke, wie diese hier:

 

Nasses Wasser, runder Ball, krumme Kurve, schwere Verwüstung, lautes Getöse, etc.

 

Zugegeben, sehr stupide Beispiele, aber es passieren tatsächlich solche Fehler.

 

Schwierig ist es auch mit behauptenden Adjektiven, wie wild, herrlich, toll, unheimlich etc. Diese helfen dem Autor, Dinge oder Begebenheiten zu erklären. Dabei wird jedoch meistens kein klares Bild erzeugt.

 

Nehmen wir mal das Adjektiv unheimlich:

 

1. Auf dem Speicher war es halbdunkel und es herrschte eine unheimliche Atmosphäre

 

Der Rest wird hierbei der Fantasie des Lesers überlassen. Wirklich Stimmung kommt dabei nicht auf. Der Autor macht es sich damit also ziemlich einfach.

 

2. Er öffnete die Türe zu dem Speicher und versuchte etwas in dem halbdunkel zu erkennen. Staub wirbelte bei jedem seiner Schritte auf und war als Flirren in schwachen Lichtstrahlen zu erkennen, die durch etliche Spalten drangen. Es roch nach muffigen, alten Möbeln, die seit Jahren dort standen und in Vergessenheit geraten waren. Die Augen des Mannes gewöhnten sich an die Dunkelheit und erkannten den wuchtigen Schranke, der wie ein Koloss über allen anderen Möbeln thronte.

Bei jedem knarrenden Schritt, den er sich dem Ungetüm näherte, schlug sein Herz schneller. Hier oben konnte jeder auf ihn warten.

Hinter dem Schrank.

In dem Schrank.

Die Türe schlug zu.

Der Mann drehte sich erschrocken um und erkannte zu spät die Hand, die nach seinem Hals griff …

 

Ok, ich bin etwas abgeschweift.

 

Zurück zu den Adjektiven.

 

Adjektive verführen einen zur Bequemlichkeit. Lieber zu wenig als zu viele Adjektive benutzen.

Noch ein kleines Beispiel aus dem TextArtmagazin 2/2007:


Ein "kleiner Hund "sagt weniger aus, als zum Beispiel "eine Westentaschentöle".

"Im millitärischen Bereich" kann ersetzt werden durch: "beim Militär"

"Weihnachtliche Vorfreude" ist Unsinn. Besser wäre: "Vorfreude auf Weihnachten".

 

Man sieht, oft ist es ganz einfach, Dinge anders und besser zu beschreiben.

 

Also, behutsam mit Adjektiven umgehen. Sorgfältig überlegen, ob man dieses Adjektiv nicht benutzt, weil man keine Lust hat, bestimmte Dinge besser zu beschreiben.

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1. Juli 2008 2 01 /07 /Juli /2008 11:24
Hier mit eröffne ich die Kategorie: Anfängerfehler von jungen Autoren oder denen, die es gerne werden möchten.
Oft beschäftigte mich die Frage: Was sind eigentlich so typische Fehler, an denen man erkennt, dass man noch gar nicht so viel Ahnung vom Schreiben hat? Welche Fehler kann man vermeiden, welche schwinden nur durch Übung? In dieser Kategorie will ich versuchen, diese Fehler auf den Punkt zu bringen.

Nur ein geringer Teil dieser Beiträge entstammt meinem Wissen, da ich nicht aus allzuviel Erfahrung sprechen kann. Das Schreiben ist ein Prozess, der sich über viele tausende Worte entwickelt.
Grundsätzlich ist es natürlich ein enormer Vorteil, Talent zu haben. Eine ausgeprägte Fantasie zu haben mit vielen kreativen Ideen. Denn wenn dies nicht vorhanden ist, dann nützen auch die besten Schreibkenntnisse nichts mehr.
Dennoch gibt es ganz klare Fehler, die einen Laientext von einem, sagen wir professionellen Text unterscheiden. Die erkennen lassen, wann ein Text nur von einer Idee geprägt ist, die der Autor unbedingt zu Papier bringen musste, völlig euphorisch und beflügelt von Ideen.

Ich werde kurze Blogeinträge verfassen, die die Fehler auf den Punkt bringen. Die nicht zu sehr ausschweifen. Es geht darum, endlich mal eine Übersicht darüber zu bekommen.

Abschließend muss ich noch sagen, dass auch ich noch wahnsinnig mit den typischen Anfängerfehlern zu kämpfen habe. Die Devise lautet einfach: Übung macht den Meister.
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