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18. Mai 2011 3 18 /05 /Mai /2011 04:36

Vor einiger Zeit rief die Firma Henkel über ihr Spülprodukt Pril zu einem Designwettbewerb auf. Es ging darum, eine der bekannten Spülflaschen zu gestalten. Dies konnte man durch vorgegebene Designs machen; man konnte aber ebenso selber kreativ werden und etwas freihändig entwerfen.

Es war zu erwarten, dass durch dieses wenig vorgegebenen Vorgaben allerlei kreatives Zeug herauskam. Ebenso gab es viele Designs, die wahrlich unter der Gürtellinie waren. Es versteht sich von selbst, dass ein überdimensionierter Penis (Internetjargon: Pensi) sich nicht verkaufsfördernd auf dieses eigentlich so seriöse Produkt auswirken würde.

So kam also allerlei Kram zusammen, die ganz heiklen Sachen wurden gelöscht.

Es wurde fleißig gevotet und gevotet und alsbald landete auf Platz eins, mit deutlichem Abstand zum zweiten Platz, folgendes Design:

rageguy.png

Dieses hässliche Figürchen ist der Rage Guy. Ein unter Internetusern einschlägig bekannter Mann, der sich bei jeder Gelegenheit aufregt und in Rage gerät. Dabei schreit er: FFFFFFUUUUUUUUUUUUUUUU! Dass er besonders schlecht (noch schlechter als auf der Pril Flasche) gezeichnet ist, gehört zu seinem Stil. Inzwischen gibt es zahlreiche Abwandlungen des Rage Guy, wie zum Beispiel Troll Face, Me Gusta etc. Auf jeden Fall hat dieser Rage Guy eine ziemlich große Fangemeinde.

Rage Guy stand also bisher auf dem ersten Platz dieses Designwettbewerbs. Das spricht für die unglaublich hohe Anhängerschaft dieses Typs.

Doch Pril, die seriöse Marke, die bereits seit 1951 durch deutsche Spülbecken schmiert, konnte dieses Design so nicht akzeptieren. Und ganz plötzlich wurde das Votingergebnis offensichtlich manipuliert. Der Rage Guy verlor abertausende von Stimmen und rutschte auf den dritten Platz. An erster Stelle steht nun ein wirklich bemitleidenswert dämliches Design.

Absicht?

Pril hat mit diesem Wettbewerb voll auf das Social Marketing abgezielt, was ja heutzutage fast nicht mehr wegzudenken ist. Durch einen kreativen und weltoffenen Wettbewerb wollte man sich neue Kunden an Land ziehen.

Doch durch dieses peinlichen Fauxpas geht diese Kampagne wohl nach hinten los.

Auf seiner Facebook Fanseite hat Pril nunmehr etliche Beiträge verärgerter Teilnehmer und Fans des Rage Guy gelöscht, da sie zu unsachlich gewesen seien. Ebenso hat sich die Anzahl der Fans drastisch reduziert. Man spricht von Gruppenausschluss.

Kann sich eine Marke so etwas erlauben?

Die Gemüter sind aufgeheizt, Pril kommt in Erklärnot. Die Fans des Rage Guy Designs haben ihren Gewinner auf jeden Fall schon längst gefunden und ihm ein immerwährendes Denkmal gesetzt.

Der Verlierer ist bei dieser Kampagne Pril.

Hier ein belauschtes Zitat aus dem Konferenraum der Social Marketing Kampagne von Pril: "FFFFFFFFFUUUUUUUUUUUUU!"

 

Ich werde das Geschehen weiter beobachten. Könnte sich zu einem erstaunlichen Epic Web Fail entwickeln.


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Published by Kaius - in Internet
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Kommentare

LE ME 02/23/2012 16:21


Hahahaha so stell ich mir den Abwasch vor!