In den Jahren des Schreibens habe ich gelernt, dass einem die Planung eines so gewaltigen Romanprojektes wie dem Meinen, doch erhebliche Arbeiten erleichtern kann.
Kolossia ist nicht geplant und jetzt das Ruder noch herumzureißen, dafür ist es zu spät. Dafür müsste ich theoretisch die ganze Geschichte neu Schreiben. Vielleicht mache ich das auch, in ein paar
Jahren, wenn ich mit irgendetwas Erfolg hatte.
Dennoch betrachte ich mein Kolossia-Projektals gigantische Übung. Auf der einen Seite ist es frustrierend zu sehen, dass die ganzen Ideen, ie man verarbeitet hat, und die unendlichen Stunden an
Zeit, die man aufgebracht hat, niemanden erreichen sollen.
Sie werden noch den ein oder anderen geneigten Leser erreichen, notfalls im Selbstverlag.
Aber professionell und offiziell werde ich das DIng nicht rausbekommen.
Ich probiere jetzt noch zwei Verlage aus, dann reicht es mir. Ich habe mich jetzt bei über 40 Verlagen kundig gemacht, ich muss wohl einsehen, dass mein Roman qualitativ niemandem gerecht werden
kann. Zuviele DInge, auf die ich anfangs nicht geachtet habe und auf die ich keinen Wert legte, rächen sich nun. Mein Buch ist eine Aneinanderreihung von Episoden ohne wirklichen Bezug zueinander.
Meine Figuren sind leere Hüllen, die so Inhaltslos sind, dass man sie mit einem Wimperschlag wegwehen könnte.
Schade ist es um die Idee der wandelnden Kolosse.
Aber, wie gesagt, ich schreibe weiter, damit ich danach endlich, nach dieser gewaltigen Sammlung von Erfahrungen, mit dem Buch beginnen kann, dass veröffentlicht wird.
Und diesmal wird geplant. Obwohl ich noch gar nicht darüber nachdenken will und kann, drängt sich mir schon eine ziemlich interessante Idee in den Kopf. Ich arbeite jetzt schon an dem Exposé des
ungeschribenen Buches. Auch ein Schritt, den ich jetzt erst begriffen habe: Sich im Vorfeld über die Geschichte bewusst werden.
Natürlich werde ich meine Idee nicht verraten, aber es wird schwiereig und hat das erste Mal mit tatsächliher Recherche zu tun. Da kommt mir meine Arbeit in der Psychiatrie sehr gelegen.
Und es ist kein Fantasy.
Wow! Kein Fantasy? Richtig gelesen, ich kann es selbst kaum glauben. Aber meine Kurzgeschichte, die bei allen Lesern sehr gut angekommen ist, war auch kein Fantasy. Ebenso war der Schreibstil ein
anderer.
Ich habe gemerkt, dass gerade besonders heile Themen den Nerv des Lesers berühren.
Mal sehen, was sich draus machen lässt.
Aber erst wird Kolossia beendet .
Lass die Sache ein wenig ruhen und widme dich vorübergehend etwas motivierendem.
Wieso die Idee der Kurzgeschichte nicht wieder aufgreifen? Ich habe neulich einen Ausflug ins Horror-Genre gemacht und Clive Barkers "Bücher des Blutes 1-3" gelesen. Man mag von Genre, Autor und Werk halten was man will, (wie gesagt, es war ein Ausflug) aber diese prinzipielle Ansammlung von Kurzgeschichten war etwas unglaublich erfrischendes.
Darin hat Barker unglaublich viele Ideen verarbeitet, die für umfangreiche Romane aber wohl eher ungeeignet wären. Zudem kann er die Rahmenbedingungen der Geschichten immer sehr überschaubar halten, was zur Folge hat, dass er keine Wissenschaftler zu Rate ziehen musste, um seine fiktiven Welten glaubwürdig zu gestalten (was die realistischen Elemente betrifft, meine ich^^). Die Rahmeninformationen sind durchaus fundiert, ob der Schauplatz nun eine Universität, ein altes Kino, osteuropäisches Hinterland oder eine Kleinstadt in Arizona ist, aber begrenzt. Auf die Weise bleibt der mühsame Rechercheanteil wohl eher gering, während man sich den kreativen Vorgängen stärker widmen kann.
Ich kenn das von der Musik. Laufend fallen mir neue Themen ein, die ich zu gern in alte, unfertige Stücke packen würde um einen filmreifen Über-Soundtrack zu erschaffen; es passt aber einfach nicht immer und oftmals ist es wirklich besser, jeder Idee ihren würdigen Freiraum zu geben. Das kommt den jeweiligen Stücken zu Gute und auch meinem kreativen Fluss.