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13. Dezember 2008 6 13 /12 /Dezember /2008 23:00
Heut hatte ich Post in meinem Briefkasten. Es war die Antwort eines Verlages.
Das erste, was mich stutzig machte, war, dass diese Antwort nun bereits 8 Tage nach Absenden der Leseprobe etc. kam.
Nun, erwartungsvoll öffnete ich den recht dicken Umschlag. Mir fielen ein Schreiben sowie zwei Verträge in Heftform in die Hände.
Der Brief begann mit schlichter Bauchpinselei. Ich zitiere:

(...) Ihre Erzählidee ist ungewöhnlich. Ich bin erstaunt, sie sind ja noch jung, da hat der Verstand in der Regel noch nicht so viel "geschichtet". (...) Ein wenig erinnert das Einstiegsbild an Homer, Zyklopen, aber so eindringlich anders geschrieben und in eine andere Welt gesetzt, da gibt es doch viel neues, was ich über das Lesen der doch wenigen Seiten erfahren konnte.
Sprachlich sind sie relativ korrekt und sauerb, der Stil ist griffig und schlank. Sie arbeiten selten mit Worthülsen oder Wortwiederholungen. Es ist doch ein gelungenes Angebot, was in diesem Manuskript steckt. (...)
(...) gebe ich ihrem Titel eine Chance, Das hat etwas mit der, wie gesagt, recht perfekten Abarbeitung eines solchen Themas zu tun. (...)
Der erste erzählerische Ansatz ist sehr gut gelungen. Der Anspruch ist sehr hoch - "Die Suche nach dem Ich", das gibt es an Literatur. Dieses aber über ein fantastisches Bild zu wählen und zu gehen halten ich für äußerst literarisch und auch sonst interessant erzählt. (...) ich würde gerne diesen Titel noch in unseren Frühjahrs-Katalog mit aufnehmen. (...)


Das ging natürlich runter wie Öl. Aber dennoch wunderte  ich mich über die rasche Antwort und diese durchweg positive Kritik. Und das, ohne das komplette Manuskript gelesen zu haben.

Um es kurz zu machen, es handelte sich um einen Zuschussverlag, den ich fälschlicherweise angeschrieben habe. Ich hatte dies wohl bei der Verlagssuche übersehen. Die Selbstbeteiligung liegt demnach bei über 1000€. Bei einem Autorenhonorar von 10% der veranschlagten Verkaufspreises rentiert sich das nicht einmal bei der ersten Auflage von 500 Büchern. Das habe ich natürlich abgelehnt.

Aber es hat sich jemand mit meiner leseprobe beschäftigt und dazu ganz nette Kritik geäußert. Ich weiß jetzt natürlich nicht, wieviel ich davon halten soll.

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Kommentare

Bashoe 12/31/2008 08:32



Ich glaube du solltest bei solchen Offerten Vorsichtig sein. Mit Käse fängt man Mäuse und Schmeicheleien dieser Art sind eine beliebte Art einen potentiellen Kunden zu angeln. Die Sätze sind allgemein gehalten und treffen sicher auf eine Menge Leute zu. Hoffnung machen aber unterm Strich keine feste Zusage sondern nur ein vielleicht.
Ich glaube gelesen zu haben das man am besten als Autor einen Agenten sucht der auf Provision Basis einen passenden Verlag für dein Werk sucht.
Suche dir einfach ein Feedback im Internet das sind auch deine späteren Leser mit dabei. Info´s findest du auf den unterschiedlichsten Seiten. Viel Glück dabei.

Kolossia 12/31/2008 19:13


Danke für den hilfreichen Beitrag. Das mit dem Agenten, hm, das schwirrt mir schon im Kopf herum. Vielleicht greife ich darauf zurück, sagen wir, im 3 Quartal des kommenden Jahres, wenn ich bis
dahin nichts gefunden habe.


Paramantus 12/18/2008 18:50

Von solchen Lorbeeren halte ich nichts. Die sind leider so gut wie nichts Wert, meiner Meinung nach...

Alexander 12/17/2008 11:18

Hi Kolossia,ich habe von solchen auch schon Post bekommen und dann meinerseits ein hervorragendes Gegenangebot gemacht Guckst du hier!

Kageko 12/14/2008 21:33

Zuschussverlage sind wie im Einkaufsladen. "Da haben Sie aber eine gute Wahl getroffen. Das Rot steht ihnen ausgezeichnet und harmoniert perfekt mit ihrem Lidschattenton."Die Leute verdienen ihr Geld damit, dass sie Autoren dazu bringen, bei ihnen einen Vertrag zu unterschreiben. Ein "Ja, ok, veröffentlichen wir, macht dann 1000€" verschreckt doch die potentiellen Kunden...