Dienstag, 21. oktober 2008
Ich hatte mich dazu entschlossen, in die Wildnis zu ziehen und die Liebe zur Natur neu zu entdecken. Meine erste Bekanntschaft machte ich mit diesem Gesellen, der mir von einer Bäumin erzählte,
die seit Äonen darauf wartete, von dem richtigen Prinzen aus ihrer Erstarrung gelöst zu werden.
Dies lies ich mir von dem lustigen Krabbelkäfer nicht zweimal sagen, und machte mich auf, eben jenes traurige Herz zu beglücken. Dass ich der erwählte Prinz sei, dessen war ich mir sicher.
Nach langer ...
Und zunächst erfolgloser Suche, fand ich meine Angebetete schließlich tückisch versteckt, inmitten eines Heeres aus lüsternen Brombeersträuchern. Ich schlug mich zu ihr durch und beglückte sie
bisweilen nur mit meiner entzückenden Anwesenheit,
Zuerst tat ich so, als würde ich sie nicht wahrnehmen, doch das Verlangen nach diesem nach Liebe lechzenden Weib ließ meine Schüchternheit schnell verfliegen.
Ich lauschte dem aufgeregten Klopfen ihres Herzens wobei meines mir bis zum Halse schlug.
Schließlich umarmte ich sie ...
... und versenkte meine Zunge, ihrer Liebe gewiss, in ihrem Astloch.
Doch ehe ich mich versah, schlug mir die anscheinend Pikierte mit der glatten Rinde ins Gesicht.
Damit hatte ich nicht gerechnet. Die Liebe zur Natur sollte ich von jenem Tage an nicht mehr wörtlich nehmen.
Eine Zeitlang verweilte ich noch verärgert, in der Hoffnung, die Geliebte würde Reue zeigen, doch nichts mehr geschah. Schließlich zog ich beleidigt von dannen und ward seit jeher in keinem Walde
mehr gesehen.
Ende
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