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2. Oktober 2008 4 02 /10 /Oktober /2008 10:45

Man sollte annehmen, in den Zeiten der Globalisierung dürfte es kein Problem mehr sein, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Das Web 2.0 hat seine Fühler in alle Richtungen ausgestreckt und vernetzt jeden mit jedem. Es ist uns möglich uns mit Leuten zu unterhalten, die tausende Kilometer weit weg wohnen. Es ist möglich, mit diesen Leuten zu spielen, zu chatten, Bilder zu tauschen etc.

 Ebenso ist uns die Möglichkeit gegeben, lange verloren geglaubte Freunde wieder zu finden. Wer-kennt-wen oder MeinVZ bzw. StudiVZ helfen uns dabei (um nur die populärsten zu nennen).

Per ICQ, MSN oder Skype schreiben und sprechen wir miteinander. Man addet sich gegenseitig in diversen Listen um zu sehen, wann der andere online ist um miteinander zu schreiben oder zu spielen (PS3-Network oder Xbox Live).

Uns stehen also unzählige Möglichkeiten offen, Leute kennen zu lernen, wieder zu finden etc. Die Bekanntheitslisten via Internet wachsen ins unermessliche und man wundert sich, dass man bei MeinVZ wahnsinnig viele Freunde hat.

Trotzdem erlebe ich es privat als auch auf meiner Arbeit und anderswo sehr, sehr oft, dass die Leute isoliert leben. Die Freundeskreise bestehen zumeist aus ein oder zwei Personen. Viele beklagen sich darüber, zu vereinsamen. Vielen Menschen fehlen wirkliche Freunde. Es ist so einfach, über das Internet Kontakte zu knüpfen und aufrechtzuerhalten, aber Auge in Auge Kontakte zu knüpfen ist nur noch den wenigsten Menschen möglich.

Was kann man nun dagegen tun?

Vielleicht sollte man einfach mal auf die alten Gewohnheiten verzichten und rausgehen.

Wenn wir ein Wissensdefizit haben, dann gucken wir bei Wikipedia oder googeln kurz nach der Antwort auf alle unsere Fragen. Wie wäre es stattdessen einfach mal, in eine Bücherei zu gehen? Oder mit Leuten zu sprechen, die sich mit bestimmten Themen gut auskennen? Denn das Internet ist nicht wirklich ein unerschöpflicher Quell des Wissens. Und durch das besagte Web 2.0 ist es auch kein Problem mehr, sich völlig falsch zu informieren. Durch den direkten Kontakt erlebt man etwas, hat etwas zu erzählen und trifft Leute. Und stöbert man nur in der Bücherei, so ergibt sich doch vielleicht das ein oder andere Gespräch.

Was noch? Einkaufen im Internet ist das selbe Thema. Ob wir etwas bei Ebay ersteigern, bei Amazon kaufen, die Preise auf billiger.de vergleichen, Testberichte über die Stiftung Warentest einholen und so weiter. Für nichts davon müssen wir noch in ehrlichen Kontakt mit anderen Menschen treten. Mit ein paar Klicks haben wir unsere Bedürfnisse erfüllt und wägen uns weiter in den unendlichen Kontakten, die wir doch haben. Wovon aber auch die meisten vorgehen wie wir und keinen wirklichen Kontakt zu wünschen scheinen.

So trifft man Leute aus seiner Freundesliste plötzlich im realen Leben und steht wie der Ochs vorm Berg. Man hat sich nichts zu erzählen, außer dem üblichen, drögen Smalltalk, kommt in kein tieferes Gespräch. Komisch. Dabei hat man doch mit eben jener Person vor kurzem via Forum noch eine so heftige Diskussion gehabt. Im rechtschreibfreien Raum wird mit allem gekämpft, was die Tastatur zu bieten hat. Smileys jagen verworrene Zeichensätze, die mit zusammengekniffenen Augen plötzlich ein wahnsinnig kreatives Bild ergeben. *lol*s jagen *schmunzel*s, dann wird einem mal *über den Kopf streichel“, dann wird wieder ge *brüll* t. Aber im echten Leben ist das Gespräch meist nach ein paar Floskeln beendet.

Zurück zum Einkaufen via Internet: Geht in die Geschäfte, lasst euch an verschiedenen Stellen beraten, vergleicht verschiedene Händler, stöbert auf Flohmärkten und kommt mit anderen Interessierten in Gespräch.

Spiele, die man sich kaufen möchte kann man sich im Internet angucken. Man schaut sich auf YouTube das Gameplay an, liest auf Spieletipps.de Testberichte und tauscht sich in Foren darüber aus.

Man könnte sich allerdings auch einfach mal mit Leuten treffen, die solche Spiele habe um gemeinsam zu zocken und auszuprobieren. Da kann das Spiel als Kommunikationshelfer dienen.

So gibt es noch viele andere Beispiele die dazu beitragen, dass wir uns immer mehr isolieren. Man sollte die Augen offen halten und genau überlegen, warum man so wenig Freunde hat. Oft steckt Bequemlichkeit dahinter. Durch das Suchen von Alternativen zu den gewohnten Verhaltensmustern eröffnen sich relativ schnell Wege, wie es auch anders laufen kann.

Bzgl. des Allein-Seins siehe auch das erste Lied hier:
Kolossia macht Musik (Videos)

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Published by Kolossia - in Ansichten
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Kommentare

Rhino 09/01/2010 20:53



Genau so denke ich auch mittlerweile, treffend formuliert!!!