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27. August 2008 3 27 /08 /August /2008 01:14
Ich arbeite verbissen an meinem Roman. Lasse mich von allen Seiten darüber aufklären, welche Fehler es zu vermeiden gillt, was nicht gut klingt. Dass man diese und jene DInge im Kopf haben sollte, damit es ein guter Roman wird.
Nun lese ich zur Zeit Den Herrn der Ringe und mir fällt auf, dass Tolkien aus sicht so vieler Leute mit den Regeln im Kopf, sicherlich nicht der beste Autor war.
So verliert er sich in Kleinigkeiten, in Beschreibungen, in verwirrenden Richtungsangaben und langatmigen AUsführungen über die Beschaffenheit der Natur. Schreibt oft "sagte" statt andere Verben zu benutzen und erzählt völlig belanglose Infos z.B. über den Verbleib der Ponies, die in Bree abgehauen sind.
"Nanu!", dachte ich mir. Der macht das ja ganz anders, als ich es machen soll. Ich hatte in meiner Geschichte auch Kleinigkeiten eingestreut, die einfach nur dazu dienten, die Szenerie ein bisschen persönlicher zu gestalten. Da wurde gesagt, das sei nicht relevant, das bringe die Geschichte nicht weiter, und ich kürzte.

Ich weiß jetzt, dass auch die Kleinigkeiten, wenn sie liebevoll erzählt und beschrieben sind, eine Geschichte lebendiger machen. Man spürt bei Tolkien, welche Freude er am Schreiben hatte. Mit welcher Inbrunnst er, einem Verliebten gleich, das Erscheinen und Auftreten von Tom Bombadils Frau Goldbeere beschreibt. Wie er es tatsächlich schafft, verschiedene Bilder der Umgebung zu erzeugen, auch wenn schnell vergessen ist, welche Bäume und Blumen genau im Auenland wachsen.

Fernab vieler Regeln sollte die Lust am Schreiben und die Liebe zum Ausdruck Richtungsweisend sein. Niemand schreibt kreativ, weil es so furchtbar ist, sondern weil die Verwirklichung der eigenen Ideen im Vordergrund steht.

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Kommentare

Peter Brenkmann 09/01/2008 01:10

Sicher kann und sollte man beim Schreiben bestimmte Regeln beachten, aber die wichtigste Regel, meine ich, sollte man dabei nicht vergessen: Freude am Schreiben zu haben. Und hin und wieder kommt es ja auch vor, dass die Protagonisten im Buch ihr Eigenleben entwickeln und sich an manchen Stellen anders verhalten, als der Autor es eigentlich vorgesehen hat. ;)

millar 08/27/2008 09:27

Schreiben bedeutet Freiheit. Nimm sie Dir!!!!