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13. Juli 2008 7 13 /07 /Juli /2008 23:54
Viele glauben, dass es reicht, Talent zu haben und kreative Ideen zu besitzen, um ein gutes Buch zu schreiben.
Doch ohne Planung geht auch hier nichts.

Ich begann mit dem Schreiben meines aktuellen Romanes ziemlich ohne Plan. Ich hatte genau das gedacht, was eigentlich jeder Anfänger denkt, der keinerlei Erfahrung in dem Genre hat: Wow, ich bin so unglaublich talentiert un kreativ, das wäre doch gelacht, wenn ich das nicht hinbekäme.
Doch mit stetig wachsender länge des Textes tun sich Probleme auf, die man zuvor gar nicht bedacht hat:
Plötzlich muss alles einen Sinn ergeben. Die Figuren müssen einen Sinn haben, die Handlung muss einer logischen Reihenfolge gehorchen, es muss spannend sein etc etc.
Es eröffnen sich einfach ganz viele Kriterien die wichtig sind, dass die Geschichte oder das angehende Buch auch lesenswert und vorallem logisch ist.

Man sollte sein Buch also planen. Zu Beginn der angestrebten Karriere ruhig noch ausführlich aufgeschrieben. Erfahrene bzw. geübte Autoren können das größtenteils im Kopf.

Worum soll es in dem, ich nenne es jetzt Buch, überhaupt gehen. Was soll am Ende dabei herumkommen?

Was sind das für Personen, die auftreten?
Hierbei muss natürlich nicht jede im Buch vorkommende Person von Anfang an geplant werden. Es bietet sich natürlich an, erstmal den Protagonisten zu gestalten. Was ist das für ein Typ. Wird er sich im Laufe der Geschichte entwickeln? Was hat er für spezifische Charakterzüge?
Zu Übunszwecken kann man natürlich ganz überspitze Eigenschaften nehmen. Beispielsweise ein argwöhnischer Choleriker oder ein introvertierter Nerd (was auch immer).

Wofür sind die nächsten Kapitel gut? Was möchte ich damit zeigen, worauf will ich hinaus? Sind einige tolle Ideen vielleicht auch einfach absolut überflüssig und bringen die Geschichte nicht weiter?

Was könnten Höhepunkte der Geschichte sein? Ganz klassisch, wie man es in der Schule gelernt hat.

Was ist vielleicht das große Rätsel, das einen von Anfang an drängt, überhaupt weiterzulesen?

Gibt es überraschende Wendungen, die beim Leser einen Wow-Effekt hervorrufen?

Das sind nur Beispiele und je nach Genre nicht alle einsetzbar.

Wie könnte man so etwas planen?
Da gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Nehmen wir mal eine bestimmte Szene. Die Geschichte spielt als nächstes in einem Wald.
Man könnte nun per Brainstorming alles aufschreiben, was einem zu Wald einfällt. Oder man macht ein Mind-Map. Vielleicht auch Clustering und kommt plötzlich zu Asoziationen, die eine wirkliche Bereicherung für den Wald sein können. Was die einzelnen Arbeitsmethoden anbelangt kann dies zahlreich im Internet nachgelesen werden.

Also:
Man muss sich einfach mit seiner Geschichte auseinandersetzen. Man muss sich ordentlich Gedanken machen, wie die Zusammenhänge sein sollen, was noch passieren wird usw.
Einfach ins Blaue hineinzuschreiben klappt nur bis zu dem Punkt, an dem die Geschichte komplexer wird. Dann ist es schon hilfreich, einen Plan zu haben.

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Kommentare

Alexander 11/13/2008 17:14

Hallo,ein "aber" muss ich aber loswerden:Drauflosschreiben macht, finde ich, mehr Spaß. Wenn es um die Freude am "Herstellungsprozess" und weniger auf das veröffentlichungswürdige Ergebnis ankommt, haben die Bauchschreiber wahrscheinlich das schönere Leben, dafür aber - wenn es dann als Buch gedruckt werden soll - viel viel mehr Arbeit bei der Überarbeitung. 

Kolossia 11/13/2008 23:11


Hi,

ja, das Drauflosschreiben sollte auch nicht unterschätzt werden. Ich habe so ja auch angefangen. Aber je länger deine Geschichte wird, desto komplizierter und kompexer wird der Inhalt. Und wenn du
dem nicht etwas Struktur gibst wird deine Geschichte in den meisten Fällen verwirend und chaotisch. Grundsätzlich gefällt mir das Drauflosschreiben auch besser. Ich denke, es eigenet sich gut für
Kurzgeschichten. Da kann man es ruhig wagen, sich nur von seinem Bauch leiten zu lassen.


Kageko 07/18/2008 15:27

"Man sollte sein Buch also planen. Zu Beginn der angestrebten Karriere ruhig noch ausführlich aufgeschrieben"Eben nicht. GROB heißt das Zauberwort. Du musst in wenigen Minuten deine komplette Geschichte überblicken können. Wenn du erst wieder 50 Seiten "Kurzfassung" lesen musst, verlierste auch ganz schnell wieder den Überblick.Für die Überarbeitung meines (ersten) 450k-Anschläge-Roman von 2006, den ich genauso "drauflosgeschrieben" hab wie du den deinen, schreibe ich gerade ein Exposé von ca. 10 Seiten.Meine "fertige" Fassung von 2006 ist eine einzige Katastrophe: aneinenandergereihte Ideen, die oftmals in keinem nachvollziehbaren Zusammenhang zueinander standen. Es gab zwar einen roten Faden (so viel Talent besitz ich schon), aber alles drumrum war... sagenhaft schlecht.

Rainer Innreiter 07/17/2008 14:19

Sehr interessanter Artikel. Ich schreibe selber hobbymäßig Texte und bin in einigen Foren aktiv, sodass ich natürlich einiges "mitbekomme". Der vielleicht größte Fehler von Anfängern ist es, gleich mit einem Roman (meist ein Fantasy-Abklatsch) zu beginnen. Ich kann jedem nur raten, zunächst einmal Kurzgeschichten zu schreiben - Reinhold Messner ist ja auch nicht gleich zu Beginn seiner Karriere auf den Mount Everest geklettert, sondern hat sich stückchenweise nach oben gearbeitet.Grüße aus Ösi-Land