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9. Mai 2008 5 09 /05 /Mai /2008 04:35
Ach, wäre man doch nur einmal wirklich zufrieden.
Aber immer gibt es etwas, was dagegen spricht.
Ich wollte einmal Schauspieler werden. Feuer und Flamme war ich dafür und ließ keine Gelegenheit aus, dies unter Beweis zu stellen. Aber je älter ich wurde, desto mehr dachte ich darüber nach, was zukunftsträchtiger war. Ich wollte natürlich entdeckt werden. Da verhieße Berühmtheit und Geld. So natürlich die naive Vorstellung meinerseits. Da dies aber nicht wirklich funktionierte, dachte ich, dass eine Schauspielausbildung den Weg zum Erfolg bereiten würde.
Dann habe ich mich jedoch von einigen Berichten desillusionieren lassen, in denen gelernte Schauspieler im Alter von 45 Jahren immer noch eine magere Zwei-Zimmer-Wohnung haben und auf winzigen Hinterhofbühnen ihren geringen Lebensunterhalt verdienen. War es das, was ich mir wünschte? So ergeht es wahrscheinlich den meisten.
Ich beließ es dabei und wollte meiner Kreativität, von der ich behauptete, diese zu haben, auf anderem Weg freien Lauf lassen. Auf keinen Fall wollte ich körperlich arbeiten, zumal ich wirklich ungeschickt bin.
Ich setzte mir also Musiktherapie oder Ergotherapie in den Kopf. Beides habe ich nach kurzer Überlegenszeit erneut ausgeschlossen.
Schließlich führte mich mein Weg in die Krankenpflege. Die AUsbildung war schwer, oft dachte ich daran, aufzuhören. Das schlimmste daran waren jedoch die Menschen, die von sich behaupteten, gute Krankenschwestern zu sein und dabei mit ihren Patienten umgingen wie mit dem letzten Stück Dreck.
So einer wollte ich nicht werden. Ich bemühte mich, zu den Patienten freundlich zu sein, auf ihre Wünsche ienzugehen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie gut aufgehoben waren. Immer war das den Vorgesetzten zu viel.
Dennoch habe ich es geschafft und sitze nun in der Psychiatrie, die sich deutlich von der somatischen Pflege unterscheidet.
Ich begann auf einer geschlossenen Station zu arbeiten. In diesen 8 Monaten hatte ich ehrlich das Gefühl, dass ich mit meinem Job glücklich und zufrieden bin. Es war unglaublich interessant, sehr facettenreich und immer etwas neues. Meine Kollegen, die schon länger auf der Station waren, waren bereits abgeklärt und wünschten sich zum größten Teil die Versetzung auf eine offene Station, auf der es wesentlich ruhiger zugeht.
Schließlich ließ ich mich in ein heimatnahe Zweigstelle versetzen, da die enormen Benzinpreise kräftig meinen Geldbeutel schröpften. Das war auch die Möglichkeit, das Zweitauto loszuwerden. Ich kaufte mir ein Fahrrad und nahm mir vor, mich von nun an sportlich zu betätigen.
Das war von bald einem Jahr.
Und es ist langweilig.
Die Zweigstelle ist eine offene Station und so öde, dass ich Zeit habe, einen solchen Blogeintrag zu verfassen, an meinem Buch zu arbeiten, Musik zu machen, zu lesen und Däumchen zu drehen.
Tagsüber steht ab und zu mal ein Gespräch mit einem Patienten an, das meiste aber ist Büroarbeit.
Manch einer denkt jetzt vielleicht, das sei traumhaft. Urlaub sozusagen.
Aber es laugt mich in meinen Jungen Jahren bereits aus. Ich bin unglücklich.
Darum habe ich mir vorgenommen ein paar Jahre abzuwarten und mich dann gegebenenfalls wieder auf die geschlossene Station verstezen zu lassen.
Aber ich träume davon, mein Buch zu veröffentlichen, Musik zu machen, im Internet zu moderieren oder irgendetwas zu machen, womit ich aus dieser strukturierten Arbeitswelt ausbrechen kann. Womit ich mehr Geld verdiene, als nur gerade so über die RUnden zu kommen.

So long ...

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Published by Kolossia - in Allgemeines
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Kommentare

BrokenFairy 05/11/2008 22:19

Hmm... du möchtest ein Buch veröffentlichen? Klingt ja interessant! Über was schreibst du denn, wenn ich fragen darf? :)
Liebe Grüße
BrokenFairy

Kolossia 05/12/2008 08:33


Es ist ein Fantasyroman. Inhaltlich geht es um folgendes:
Das Buch handelt von einem jungen Mann, der durch die makabere Bestrafung dreier unbekannter Wesen seine Erinnerungen verloren hat. Auf dem Weg diese wiederzufinden wird er an einen Koloss gebunden
und ist fortan verantwortlich für alle Taten des fremden Wesens. Dadurch gerät die Suche nach seinem Ich zu einem gefährlichen Unterfangen das mehr nach sich zieht, als er sich zu Beginn seiner
Reise vorstellen kann ...
Die Geschiche wird ein Mehrteiler und die Arbeit am zweiten Teil beginnt, sobald klar ist, dass das Buch verlegt wird.